Gelungener Auftakt für die Zeitreise vom Wiener Kongress bis zum 1. Weltkrieg:
Bürgermeister Armin Pollehn eröffnet dritten und letzten Teil der Ausstellungsreihe „Unsere Stadt – unsere Geschichte“

Großes Interesse herrschte am Samstagvormittag in der KulturWerkStadt, als der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf den dritten und letzten Teil der Ausstellungsreihe „Unsere Stadt – unsere Geschichte“ eröffneten. Unter dem Titel „Vom Wiener Kongress bis zum 1. Weltkrieg“ nimmt die Ausstellung die Besucher mit auf eine Zeitreise durch ein Jahrhundert, das von tiefgreifenden politischen, gesellschaftlichen und technischen Veränderungen geprägt war.
Eine besondere Bedeutung erhielt die Eröffnung dadurch, dass der von seiner Ehefau Nicole begleitete Bürgermeister Armin Pollehn seine letzte Ausstellungseröffnung als Burgdorfer Bürgermeister bestritt. Er fand dabei einen überzeugenden Zugang zu der umfangreichen Thematik. Mit einer anschaulichen und zugleich gut verständlichen Darstellung spannte er den Bogen vom Wiener Kongress 1814/15 über die Entstehung neuer staatlicher Strukturen und die Entwicklung des Königreichs Hannover bis zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Dabei richtete er den Blick immer wieder auf die Auswirkungen der großen politischen Veränderungen auf das Leben der Menschen.

Die Gäste verfolgten seine Ausführungen aufmerksam und mit sichtlichem Interesse. Besonders die Verbindung zwischen den großen historischen Ereignissen und der Entwicklung Burgdorfs erwies sich als ansprechender Zugang. Pollehn machte deutlich, dass sich die Geschichte der Stadt nicht losgelöst von den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts betrachten lässt. Seine Einführung erhielt denn auch viel Zustimmung aus den Reihen der Besucher.
Für einen besonderen musikalischen Akzent sorgten die Pianistin Maria Bychkova und Dr. Matthias Schorr an der Geige. Mit „Wien bleibt Wien“ und „Der alte Stephansturm“ griffen die beiden Musiker unter anderem Stücke auf, die eine unmittelbare Verbindung zur historischen Epoche und insbesondere zum Wiener Ausgangspunkt der Ausstellung herstellten.

Anhand zahlreicher Exponate, Bilder und Informationstafeln zeichnet die Ausstellung die Entwicklung dieser bewegten Epoche nach. Sie beginnt mit dem Wiener Kongress und der Neuordnung Europas, führt über die Zeit der hannoverschen Könige und die Auseinandersetzungen um Verfassung und politische Mitbestimmung bis zur preußischen Annexion Hannovers im Jahr 1866. Auch die Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 und die Spannungen zwischen den europäischen Großmächten bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs gehören zu den zentralen Themen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Veränderungen, die das 19. Jahrhundert in Burgdorf selbst mit sich brachte. Die Industrialisierung prägte das wirtschaftliche Leben der Stadt. Unternehmen wie die Silberwarenfabrik, die Nudeln- und Maccaroni-Fabrik, die Stärkefabrikation, die Molkerei, die Waagenfabrik Henckel, die Möbelfabrik Vollmer und später die Burgdorfer Konservenfabrik stehen für diese Entwicklung. Auch die Eisenbahn brachte neue Impulse. Die Anbindung an das wachsende Verkehrsnetz veränderte Handel, Mobilität und wirtschaftliche Möglichkeiten nachhaltig.
Ebenso richtet die Ausstellung den Blick auf Persönlichkeiten, die mit Burgdorf verbunden sind und über die Stadt hinaus Bedeutung erlangten. Dazu gehören der in Burgdorf geborene Maler Heinrich Breling, der Offizier Carl von Brandis sowie der Agrarwissenschaftler Carl Sprengel aus dem benachbarten Schillerslage. Auch Bürgermeister Heinrich Schuster, der Burgdorf von 1889 bis 1926 prägte, nimmt einen wichtigen Platz in der Ausstellung ein.

Ausstellungsinitiatorin Christel Hoffmann-Pilgrim dankt
Bürgermeister Armin Pollehn für die gelungene Einführung
Die Ausstellung „Vom Wiener Kongress bis zum 1. Weltkrieg“ ist noch bis zum 15. November 2026 jeweils sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr in der KulturWerkStadt, Poststraße 2, zu sehen. Zur Ausstellung ist ein Führer zum Preis von 5 Euro erhältlich. Die Zusammenstellung und Organisation übernahmen Christel Hoffmann-Pilgrim, Anke Gehrke, Erika Flocke, Heidi Rust, Martin Schlehuber, Silvia Schwentke und Burkhard Wolters. Fördernde Unterstützung leisten die Region Hannover und die Sparkasse Hannover.
Sonderöffnungszeiten zum Stadtfest Oktobermarkt: Freitag, 2. Oktober, 16.00 bis 20.00 Uhr, Samstag, 3. Oktober, 14.00 bis 20.00 Uhr, und Sonntag, 4. Oktober, 11.00 bis 19.00 Uhr

Nicole Pollehn, Ehefrau von Bürgermeister Armin Pollehn, (vorne)
und Christel Hoffmann-Pilgrim, Ausstellungsinitiatorin, schauen
sich eine Ausstellungstafel über bedeutende Burgdorfer Persönlichkeiten
des 19. Jahrhunderts an


Erster Rundgang durch die Ausstellung
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Fotos: Martin Schlehuber