Burgdorf tauchte noch einmal in die 70er Jahre ein:
Rund 90 Besucher erinnern sich bei einer Gesprächsrunde im Stadtmuseum an eine bewegte Zeit

(im Bild von links nach rechts: Berns Boy, Kurt Singelmann, Dr. Detlev Rossa, Lutz Nolte und Klaus Volkmann)
Wie war Burgdorf in den 1970er Jahren? Welche Menschen, Orte und Erlebnisse prägten das Jahrzehnt? Und wie fühlte sich das Leben damals an? Antworten auf diese Fragen gab es am vergangenen Sonntag im Burgdorfer Stadtmuseum. Rund 90 Interessierte folgten der Einladung des VVV zur Gesprächsrunde „Burgdorf in den 1970er Jahren“ und begaben sich gemeinsam mit vier bekannten Burgdorfer Zeitzeugen auf eine unterhaltsame Reise in ein Jahrzehnt, das von gesellschaftlichem Wandel, neuen Freizeitangeboten und ganz eigenen Lebensgefühlen geprägt war. Die Moderation übernahm Dr. Detlev Rossa.
Dabei standen nicht historische Daten und Jahreszahlen im Mittelpunkt, sondern persönliche Erinnerungen und Erlebnisse. Vier Burgdorfer, die die 1970er Jahre aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erlebt und mitgestaltet haben, ließen die damalige Zeit noch einmal lebendig werden: Bernd Boy, Mitgründer der Musikband „High Life Skiffle“, Kurt Singelmann, Gründer der weit über die Grenzen Burgdorfs hinaus bekannten Diskothek „Black Horse“, Lutz Nolte, der als erster Kinderarzt in Burgdorf tätig war, und Klaus Volkmann, Seniorchef des gleichnamigen Bestattungsunternehmens.
So entstand im Laufe des Gesprächs ein facettenreiches Bild vom Burgdorf der 70er Jahre. Die vier Gesprächspartner berichteten aus ihrem persönlichen Erfahrungsschatz, erinnerten sich an besondere Begegnungen und Ereignisse und schilderten, wie sie ihr berufliches und gesellschaftliches Umfeld in diesem Jahrzehnt erlebten. Ihre unterschiedlichen Lebenswege machten deutlich, wie vielfältig die Erfahrungen mit den 1970er Jahren in Burgdorf waren.
Für viele Besucher war insbesondere die Erinnerung an die damalige Freizeit- und Kulturszene ein Anlass, gedanklich noch einmal Jahrzehnte zurückzureisen. Mit der Geschichte von „High Life Skiffle“ und dem „Black Horse“ kamen zwei Bereiche zur Sprache, die für das damalige Lebensgefühl eine besondere Rolle spielten. Musik, Tanz und gemeinsames Ausgehen gehörten ebenso zur Erinnerung an die 70er Jahre wie die persönlichen Erfahrungen im Berufsleben und im Alltag.
Auch die Zuhörer blieben dabei keineswegs nur in der Rolle des Publikums. Immer wieder fühlten sie sich durch die Erzählungen der Zeitzeugen an eigene Erlebnisse erinnert und steuerten persönliche Eindrücke und Geschichten bei. Dadurch entwickelte sich die Gesprächsrunde zu einem lebendigen Austausch zwischen den Gesprächspartnern auf dem Podium und den Gästen im Museum.
Gerade diese Verbindung aus persönlichen Erinnerungen und gemeinsamen Erfahrungen machte den besonderen Reiz der Veranstaltung aus. Manche Erzählung sorgte für ein Schmunzeln, andere ließ längst vergangene Bilder und Situationen wieder vor dem inneren Auge entstehen. Und nicht selten zeigte sich, dass vielen Anwesende vermeintlich individuelle Erinnerungen teilten.
Nach rund 90 Minuten stand deshalb nicht nur ein unterhaltsamer Rückblick auf ein bewegtes Jahrzehnt, sondern auch die Erkenntnis: Geschichte findet nicht ausschließlich in Büchern und Archiven statt. Sie steckt ebenso in den persönlichen Erinnerungen der Menschen, die eine Stadt geprägt und ihre Entwicklung miterlebt haben.
Am Ende waren sich die Beteiligten einig: Die 70er Jahre sind in Burgdorf noch längst nicht vergessen. Sie leben weiter – in persönlichen Geschichten, in gemeinsamen Erinnerungen und in vielen kleinen Episoden, die zusammen ein ganz besonderes Stück Stadtgeschichte ergeben.