Gesprächsrunde zur Ausstellung „Ein Jahrzehnt im Umbruch“ am 23. August:
Vier Zeitzeugen erinnern an das Burgdorf der 1970er Jahre
Die 1970er Jahre waren ein Jahrzehnt des Aufbruchs, der Veränderungen und mancher Gegensätze. Auch in Burgdorf hinterließen die gesellschaftlichen Umbrüche dieser Zeit ihre Spuren. Wie haben die Menschen die Veränderungen damals erlebt? Was bewegte die Burgdorfer? Und wie fühlte sich das Leben in der Stadt an, als neue Musik, neue Freizeitangebote und ein verändertes gesellschaftliches Denken auf traditionelle Lebensweisen trafen?
Diesen und vielen weiteren Fragen geht eine besondere Gesprächsrunde im Rahmen der Ausstellung „Ein Jahrzehnt im Umbruch – die 1970er Jahre“ nach. Am Sonntag, 23. August, um 17.00 Uhr lädt das Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) zu einem persönlichen Rückblick auf das Burgdorf jener Jahre ein. Unter dem Titel „Die 70er Jahre in Burgdorf“ kommen vier Zeitzeugen miteinander ins Gespräch, die das Jahrzehnt aus ganz unterschiedlichen Perspektiven erlebt und das Leben in der Stadt selbst mitgeprägt haben: Bernd Boy, Dr. Lutz Nolte, Kurt Singelmann und Klaus Volkmann. Der Eintritt zu der vom VVV, Förderverein Stadtmuseum und der Stadt präsentierten Gesprächsrunde ist frei.
Die Gesprächsrunde moderiert Dr. Detlev Rossa, ehemaliger Pressesprecher der Deutschen Messe AG Hannover. Er begleitet die vier Gäste auf eine Erinnerungsreise durch ein Jahrzehnt, in dem sich auch in Burgdorf vieles veränderte.
Vier Zeitzeugen – vier ganz unterschiedliche Blickwinkel
Bernd Boy kennt die 1970er Jahre vor allem auch aus musikalischer Perspektive. Der gebürtige Burgdorfer gründete 1974 gemeinsam mit dem Uhrmachermeister Klaus Thees in Burgdorf die High Life Skiffle Group. Aus den ersten musikalischen Aktivitäten entwickelte sich eine Band, die bald weit über die Stadtgrenzen hinaus Bekanntheit erlangte. Auftritte beim Altstadtfest Hannover, eine Deutschlandtournee und erste Rundfunk- und Fernsehauftritte folgten in den 1970er Jahren. Mit Titeln wie „Ich fahr mit der Lambretta“ und später „Hey Hey Marlene“ feierte die Gruppe in den 1980er Jahren große Erfolge.
Dr. Lutz Nolte prägte das Burgdorfer Gesundheitswesen über viele Jahre als Kinder- und Jugendarzt. Seine Praxis befand sich an der Schlossstraße. Damit gehörte er zu den Medizinern, die in einer Zeit tätig waren, in der sich auch die medizinische Versorgung und das gesellschaftliche Verständnis von Gesundheit und Familie stark veränderten. Für die Gesprächsrunde bringt er deshalb nicht nur persönliche Erinnerungen an das Burgdorf der 1970er Jahre mit, sondern auch den Blick auf die damalige Lebenswirklichkeit vieler Familien.
Kurt Singelmann wiederum steht für das Nacht- und Unterhaltungsleben der damaligen Stadt. Der Fernsehmeister machte sich 1969 mit der Eröffnung der Tanzbar „Black Horse“ in der Bahnhofstraße einen Namen. Das später liebevoll „Blacky“ genannte Lokal entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt für Burgdorf und das Umland. Singelmann präsentierte dort auch bekannte Künstler aus der damaligen bundesdeutschen Schlagerszene. Das „Black Horse“ spiegelt damit ein Stück Burgdorfer Zeitgeschichte wider und verkörpert jene neue Freizeit- und Unterhaltungskultur, die gerade in den 1970er Jahren zunehmend an Bedeutung gewann.
Klaus Volkmann schließlich kann aus der Perspektive des Unternehmertums und des Vereinssports berichten. Als Bestattungsunternehmer übernahm er am 1. Januar 1970 in der Wallgartenstraße das Geschäft einer in den Ruhestand getretenen Burgdorferin. Damit begann für Volkmann eine erfolgreiche berufliche Tätigkeit, die ihn und seine Familie seit den 1970er Jahren eng mit dem Leben der Burgdorfer Stadtgesellschaft verbindet. Zudem rief er gemeinsam mit sechs weiteren Gründungsmitgliedern am 16. Februar 1975 die Faustballsparte der TSV Burgdorf ins Leben. Zunächst als zweiter Vorsitzender aktiv, übernahm er 1978 den Vorsitz und steht der Sparte bis heute vor.

Schlagerstar Howard Carpendale tritt 1970 im „Black Horse“ auf
