Ausstellung „Als der Strom nach Burgdorf kam“ bis zum 6. Juni verlängert:
Von der Musicbox bis zum Hochfrequenzstrahler
 
 
Seit Monaten steht die Ausstellung „Als der Strom nach Burgdorf kam“ komplett aufgebaut für eine Wiedereröffnung der KulturWerkStadt (Poststraße 2) bereit.  Die aktuellen Corona-Bedingungen lassen aber eine Neuaufnahme des Museumsbetriebs weiterhin nicht zu.  Um sicher zu gehen,  dass die Schau noch der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann,  haben sich der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt als Gastgeber entschlossen, die von der Stadtwerke Burgdorf GmbH unterstützte Ausstellung bis zum Sonntag, 6. Juni, zu verlängern.   Damit verbunden ist die Zuversicht,  dass es in absehbarer Zeit zu sinkenden Inzidenzzahlen und damit zu einer Entspannung der Corona-Lage kommt. 

Die Verantwortlichen sind optimal auf die Wiederaufnahme des Besucherverkehrs vorbereitet und setzen auf das strikte Hygienekonzept,  das sich im letzten Jahr bereits bewährt hat.  Wenn es soweit ist, öffnet die KulturWerkStadt zunächst weiterhin nur sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr. Wer sich die Schau anschauen möchte, sollte auf entsprechende kurzfristig angesetzte Medienberichte und die Homepage www.vvvburgdorf.de achten. Sie informieren auch darüber,  welche Corona-Auflagen bei einem Museumsbesuch zu erfüllen sind.     Ein Kurzfilm von Joachim Lührs,  der einen Überblick über die Stromausstellung gibt, ist auf dem         You Tube-Kanal des VVV abrufbar: www.youtube.com/channel/UCO_-WG3CfO1Uy8VMEabr95g.

Beginn des elektrischen Zeitalters

Mit der Inbetriebnahme eines eigenen städtischen Elektrizitätswerkes in der damaligen Hinterstraße 18-19 (heute Schmiedestraße 12, Geschäftsstelle des Stadtmarketing Burgdorf) am 17. Dezember 1895 begann in Burgdorf das elektrische Zeitalter. Die Zahl der beleuchteten städtischen Straßenzüge und der Wirtschaftsbetriebe, die die Vorteile der elektrischen Stromversorgung nutzten, wuchs im Rahmen der stetig voranschreitenden Wirtschaftsentwicklung auch in Burgdorf  so rasant an,  dass schon nach 28 Jahren die Kapazitäten des städtischen E-Werkes nicht mehr ausreichten. 

Städtisches Eltwerk stellte 1923 den Betrieb ein

Am 6. September 1923 stellte das Burgdorfer Elektrizitätswerk seine eigenständige Stromerzeugung ein und hatte künftig nur noch Verteilerfunktion.  Die Stromversorgung in Burgdorf übernahmen zunächst die Überlandwerke und Straßenbahnen Hannover AG (ÜSTRA) und ab 1929 die Hannover-Braunschweigische Stromversorgungs AG (HASTRA).  Dies Unternehmen erwarb am 1. Januar 1953 das gesamte städtische Stromleitungsnetz und pachtete Teile des Gebäudes des ehemaligen  Elektrizitätswerkes. Einzelne Gebäudebereiche waren schon seit längerem als behelfsmäßige Turnhalle, andere zeitweise auch als Feuerwehrdepot genutzt worden. 1965 baute die HASTRA nach dem Abriss des alten E-Werk-Gebäudes auf demselben Gelände einen neues Betriebsgebäude. An der verlängerten Friederikenstraße setzte das Stromversorgungsunternehmen 1969 ein neues Umspannwerk in Betrieb. 1999 entstand aus einer Fusion der HASTRA mit vier anderen Energieversorgern die AVACON AG, die noch bis 2004 die Burgdorfer Stromversorgung  übernahm und sie ab dem Januar 2005 an die Stadtwerke Burgdorf GmbH übergab.

Vom Fernseher bis zur Musicbox

Die Ausstellungsbesucher haben die Gelegenheit,  sich auf informativen Schautafeln  über die allgemeine Geschichte der Stromversorgung und ihre Entwicklungslinien seit ihrem Einzug in Burgdorf im Jahr 1895 zu informieren.  Sie sehen zudem zahlreiche Exponate aus dem Umfeld der Stromgeschichte.  Sie verdeutlichen, dass viele technische Fortschritte erst durch die massenhafte Erzeugung von Strom  realisiert werden konnten.  Davon profitierten neben den Wirtschaftsbetrieben in besonderem Maß die privaten Haushalte, in die seit den Wirtschaftswunderjahren immer mehr elektrische Geräte Einzug hielten, die die Hausarbeit erleichterten oder der Unterhaltung dienten.  Aus der reichhaltigen Exponatspalette sind als Beispiele zu nennen: Fernseher, Radios, Plattenspieler, Staubsauger, Waschmaschinen, Herde, Bügeleisen, Heizgeräte, Föhne, Rasierer, Toaster und Mixer.  Hinzu kommen Steckdosen, Glühlampen in unterschiedlichsten Variationen, Klingeln, Stromzähler, Schalter und Isolatoren. Aus dem Bereich der Medizin stammt ein Hochfrequenzstrahler.  Ein Glanzstück der Ausstellung ist eine Musicbox Rock-Ola 435 aus dem Jahr 1968.