Zwischen Charlestonfieber und Weltwirtschaftskrise  



Für eine Ausstellung über die 1920er Jahre beginnen demnächst die Vorbereitungen. Die Zusammenstellung und Organisation übernimmt ein von Horst Regenthal geleitetes Projektteam des VVV-Arbeitskreises Stadtmuseum.   Die Eröffnung im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) ist im Sommer 2021 geplant.  Die Ausstellungsmacher wenden sich aktuell an die Öffentlichkeit mit einem Aufruf,  der sich an die Besitzer in Frage kommender Exponate richtet.

Die 1920er Jahre waren ein Jahrzehnt der Gegensätze: Die Auswirkungen des Versailler Friedensvertrages nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, das instabile politische Gefüge der neugegründeten Weimarer Republik, Inflation, die spätere Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit standen dem rasanten technischen Fortschritt und einer neuen Ära der Unterhaltungskultur gegenüber. Kino, Tanz (legendär: der Charleston) und Varieté erlebten in  der Weimarer Republik  einen wahren Boom und halfen den leidgeplagten Menschen,  die schrecklichen Erlebnisse des ersten weltumspannenden Krieges aus dem Gedächtnis zu verbannen.  Niemand konnte vorherahnen, dass dies  ein "Tanz auf dem Vulkan" war,  wie sich vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung herausstellen sollte, die 1933 zum tragischen Ende der kurzlebigen Weimarer Republik führte.  Die Ausstellungsmacher haben sich vorgenommen,  ein umfassendes Zeitbild der 1920er Jahre in Deutschland zu entwerfen, das sich aus Politik und Gesellschaft, Wirtschaft, Stadtentwicklung und Architektur, Kunst, Musik, Theater, Literatur sowie dem Alltag in seinen zeitbedingten Erscheinungsformen zusammensetzt.  Zudem richtet sich der Fokus auf die 1920er Jahre in Burgdorf. Dort zeigte sich beispielsweise das Kreisblatt im Jahr 1923 darüber besorgt,  dass sich ein populärer Gesellschaftstanz namens „Schieber“  unter den Jugendlichen ausbreite,  den die Zeitung als sittlich bedenklich einstuft.  

Als Leihgaben für die Ausstellung sind willkommen Fotos, Texte und Drucksachen aus Burgdorf und Umgebung,  Drucke von berühmten Zeichnern und Malern aus dieser Zeit (auch ungerahmt),  technische Geräte aus der Zeit von 1919 bis 1932, Fahrzeuge aus dieser Zeit (2 - 4 Rad, auch größere Modelle, z. B. Opel Laubfrosch), Modelle der Schiffe Europa, Bremen und Panzerschiff Deutschland,  Erinnerungen an das Reichsheer (auch 100.000-Mann-Heer genannt), Erinnerungen an die Architektur – insbesondere aus der Bauhausbewegung, auch Bauhausmöbel (Designerstücke), Originalbücher berühmter Literaten dieser Zeit (von Hans Fallada bis Kurt Tucholsky),  Kleidung aus den 1920er Jahren (auch Strohhüte), Erinnerungen an den Boxer Max Schmeling und die Fliegerin Elly Beinhorn sowie Originaldokumente mit Bezug auf die Nobelpreisträger dieser Zeit (z. B. Albert Einstein).  Personen, denen derartiges Ausstellungsmaterial zugänglich ist,  werden gebeten,  sich an Horst Regenthal (Tel.: 05136 – 9746233 oder e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder an die VVV-Geschäftsstelle (Tel. 05136 – 1862) zu wenden.