Stromausstellung in der KulturWerkStadt endet am 1. August:
Sonderführung „Licht, Leute, Leidenschaft“ zum Abschluss

 
  Gaststätte Wietfeldt (links), rechts Cafe Baumgarten 1959

„Licht, Leute, Leidenschaft“:  So lautet der Titel einer Sonderführung,  zu der der VVV zum Ausklang der Ausstellung „Als der Strom nach Burgdorf kam“ am Sonntag, 1. August, um   14.30 Uhr einlädt.  Die Leitung übernimmt Christoph Adolph. Treffpunkt ist an der KulturWerkStadt (Poststraße 2).   Teilnehmerkarten gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2,  Telefon 05136 – 1862.

Anschluss an das elektrische Zeitalter

Die Führung führt zu Örtlichkeiten mit historischem Hintergrund,  deren einstmalige Bestimmung heute nicht mehr erkennbar ist und deren Nutzung sich vollständig wandelte.   Sie alle verband die Gemeinsamkeit,  dass  sie von Burgdorfs Anschluss an das elektrische Zeitalter im Jahr 1895  langfristig profitierten und dadurch am aufkommenden modernen Wirtschaftsleben teilhaben konnten.  Dabei geht es um einstige Traditionsgeschäfte, die die Einwohner bei einem Einkaufsbummel im letzten Jahrhundert aufgesucht hätten,   Gaststätten als ehemaligen Mittelpunkten des sozialen Lebens und Familienbetriebe, die  über Generationen in der Stadt mit honoriger Leidenschaft ihrer Tätigkeit nachgingen.   Im Fokus stehen zudem öffentliche Einrichtungen wie die Feuerwehr und die Polizei,  deren Domizile früher an Standorten zu finden waren,  die heute nur wenige Eingeweihte lokalisieren könnten.  

Lediglich alte Fotos und die Einträge in der Stadtchronik erinnern an ihre Existenz.  So befand sich links neben der heutigen KulturWerkStadt (damals noch die Synagoge)  jahrzehntelang das beliebte „Café  Baumgarten“.   Elektrisches Licht sorgte im Gegensatz zu den früher genutzten Petroleumleuchten für eine behagliche Wohlfühlatmosphäre. Das galt auch für die 1906 eröffnete und bis Ende der 1990er Jahre betriebene Gastwirtschaft „Zum Brenner“ von Hermann Wietfeldt, die der heutigen KulturWerkStadt gegenüber lag.

Von der Möbelfabrik bis zum City-Kaufhaus

Der Rundgang führt über die Post- zur Marktstraße  (u.a. am ehemaligen „Ratskeller“ und Schuhhaus Wotschke vorbei) und über die Sackstraße zur Einmündung in die Schmiedestraße.  An der Ecke, wo seit 1980 ein Pflegeheim steht, war viele Jahre die Möbelfabrik Voltmer angesiedelt.  Auch sie hätte ohne elektrischen Strom wohl kaum auf Dauer bestehen können.  Ihre Verkaufsräume befanden sich etwa 150 Meter entfernt in dem Gebäude an der Marktstraße 43,  das heute das Süße Kaufhaus beherbergt.  In der Schmiedestraße passieren die Teilnehmer das ehemalige Feuerwehrhaus (1955-1993) und das frühere Elektrizitätswerk als damaliger, wenn auch nur kurzlebiger Quelle der städtischen Stromversorgung (bis 1923),  da es dem gesteigerten Strombedarf nicht mehr gewachsen war.   Weitere Stationen der Führungen sind die 1993 geschlossene Partylocation „Black Horse“ und das 1899 gegründete Kaufhaus Scheele, das zweimal den Standort wechselte:   von der Marktstraße 56 (heute: Bekleidungshaus Fehling) zur Marktstraße 9 (heute: Deutsche Vermögensberatung)  und zuletzt von 1970 bis 2004 zur Poststraße 4 als City-Kaufhaus (heute: Woolworth).