VVV präsentiert die 36. Burgdorfer Jahreschronik/Das  vorzeitige Ende eines Themenjahres:
Eine Stadt, die ein Jahr im Ausnahmezustand verbrachte


Präsentation der Burgdorfer Jahreschronik 2020 am Rathaus II (sitzend von links: Helmut Steinseifer (Fotos), Karl-Ludwig Schrader (VVV-Vorsitzender), Joachim Lührs (Fotos),  stehend von links: Heiko Nebel (Sponsor Stadtsparkasse Burgdorf), Gerhard Bleich (Redaktion), Bürgermeister Armin Pollehn und Burkhard Wolters (Zusammenstellung)


Der VVV präsentiert die 36. Burgdorfer Jahreschronik seit 1985. Das 190 Seiten umfassende Werk erscheint wieder komplett vierfarbig und enthält ein Sach- und Personenregister zur schnellen Orientierung. Burkhard Wolters und Gerhard Bleich haben die Ereignisse des vergangenen Jahres zusammengestellt. Die Mehrheit der Fotobeiträge stammt von Joachim Lührs, Horst Weick und erstmals von Helmut Steinseifer. Die Stadtsparkasse Burgdorf fördert das Projekt maßgeblich.

Das Buch im DIN A5-Format ist bei folgenden Verkaufsstellen zum Preis von 9 Euro erhältlich: Bleich Drucken und Stempeln (Braunschweiger Straße 2, nur hier für VVV-Mitglieder: 8 €), Buchhandlung FreyRaum (Marktstraße 54), Wegeners Buchhandlung (Marktstraße 65) und im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6, samstags und sonntags von 14 – 17 Uhr) sowie in der KulturWerkStadt (Poststraße 2, sonntags von 14 - 17 Uhr).  Die älteren Ausgaben der Jahreschronik sind bei Bleich Drucken und Stempeln weiterhin vorrätig.

Zwangspause für alle Großveranstaltungen

Seit der Herausgabe der ersten Burgdorfer Jahreschronik im Jahr 1985  hat es eine vergleichbare Situation wie im Jahr 2020, das eigentlich als Themenjahr „Natürlich Burgdorf“ geplant war, noch nicht gegeben. Was sich im vergangenen Jahr ereignete,   gab es vorher nur als alptraumhaftes Szenario von Katastrophenthrillern.  Wer hätte es vor der weltumspannenden Ausbreitung der Corona-Pandemie nicht als unvorstellbar empfunden,  dass  Mitte März 2020 das gesellschaftliche Leben in Burgdorf wie im ganzen Land auf ein absolutes Mindestmaß heruntergedimmt werden musste.  Dies hatte drastische Auswirkungen auf das städtische Wirtschaftsleben, den Schul- und Kitabetrieb sowie auf das Gesundheitswesen.  Hinzu kamen rigorosen Kontaktbeschränkungen  im privaten Bereich, die zu  noch nie dagewesenen  Restriktionen für das soziale Leben führten. Alle vom VVV und den anderen Vereinen normalerweise organisierten Kulturveranstaltungen fielen aus Infektionsschutzgründen aus. Auch die traditionellen Volksfeste von den Schützenfesten in der Kernstadt und in Ortschaften bis zum Stadtfest Oktobermarkt legten in diesem Jahr eine Zwangspause ein.  

Scheinbare Entspannung der Corona-Lage

Im Sommer und Herbst 2020 gingen die Corona-Neuinfektionszahlen deutlich nach unten.  Eine behutsame Rückkehr zu einem halbwegs normalen Alltag unter Einhaltung der AHA-Regeln und Beachtung konsequenter Hygienekonzepte schien möglich.  Im Spätherbst und Winter machten  Deutschland rasant ansteigende Infektionszahlen deutlich, dass das Corona-Virus keineswegs eingedämmt war und sich wieder auf dem Vormarsch befand.  Danach blieb die Durchsetzung eines erneuten umfangreichen Lockdowns unvermeidlich, der auch in Burgdorf seit dem Zeitpunkt seines Inkrafttretens am 16. Dezember bis vor kurzem fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens ein zweites Mal massiv beeinträchtigte.

Vom Autokino bis zur Comedy-Nacht

Als einzige Kulturveranstaltung,  die im ersten Halbjahr umgesetzt werden konnte, ist das von Stadtmarketing Burgdorf präsentierte Autokino auf dem Schützenplatz am Pfingstwochenende zu nennen.  Ende Mai gab es einen Neuanfang im Stadtmuseum, das den Besuchern bis zum August eine weitere Ausstellung der Radfahrgalerie Burgdorf zeigte. Darauf folgten die „Raumschiffwelten aus Lego-Bausteinen“. Mit der Open-Air-Veranstaltung „Comedy am Rodelberg“ am 7. August im Stadtpark  erwachte auch die Kultur zumindest im Außenbereich wieder aus ihrem wochenlangen komatösen Dornröschenschlaf. Leider traf dies für das Theater am Berliner Ring nicht zu. Der Kunstmarkt am 6. September, der Pferde- und Hobbytiermarkt am 19. September als einziger in dieser Saison und der Flohmarkt auf dem Spittaplatz am 4. Oktober als eingeschränkter Ersatz für das ausgefallene Stadtfest Oktobermarkt sowie die 4. Burgdorfer Comedy-Nacht am 28. Oktober konnten stattfinden. 

Mit vereinten Kräften

Die Jahreschronik zeigt auf,  wie sich die Burgdorferinnen und Burgdorfer im letzten Jahr mit vereinten Kräften gegen die Auswirkungen der Pandemie gestemmt haben.  Dazu gehörte beispielsweise die Gründung der Initiative „Burgdorf hilft!“,  die mit zahlreichen prominenten Unterstützern  bis heute aktiv ist. Sie sammelte größere Geldbeträge für Gutscheine, die unterstützungsbedürftige Einwohner erhielten. Stadtmarketing Burgdorf bewährte sich als leistungsfähiges und stabiles Netzwerk der örtlichen Unternehmen und Vereine und trug mit Aktionen wie „Burgdorf hält zusammen!“ oder dem „City-Mittwoch“ im November  zur Stabilisierung des Wirtschaftslebens bei.

Kommunalpolitische Entscheidungen

Wenn auch die Bewältigung der Corona-Pandemie die Kommunalpolitik vorrangig in Atem hielt, fielen im vergangenen Jahr auch etliche richtungsweisende Entscheidungen im Stadtrat und im Verwaltungsausschuss. Erstmalig seit vielen Jahren stimmten alle im Stadtrat vertretenden Parteien dem Doppelhaushalt 2021/22 ohne Gegenstimmen zu.  Der Verwaltungsausschuss beschloss die Sanierung der Rathäuser I bis III,   die weitere Verfolgung von Plänen zur Realisierung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, die  endgültige Aufstellung einer seit Jahren geforderten Behelfsampel in Hülptingsen sowie die langfristige Erhaltung des Trimm-dich-Pfades und den Verzicht auf die Einrichtung eines städtischen Klärschlammlagers.  

Abschied von bedeutenden Persönlichkeiten

Die Jahreschronik erinnert auch an bedeutende Burgdorfer Persönlichkeiten,  die im letzten Jahr verstarben. Den Folgen eines Unfalls erlag der ehemalige Vorsitzende des Seniorenrates, Wolf Büttner, im Alter von 85 Jahren am 16. Mai. Der renommierte Burgdorfer Bildhauer Hilko Schomerus,   dessen Werke über Burgdorf hinaus große Wertschätzung genossen,  starb krankheitsbedingt im Alter von 81 Jahren am 10. Juli.   Wolfgang Buckmann,  der sich jahrzehntelang für die St. Nikolaus-Gemeinde und die Kolpingsfamilie sozial engagierte,  verlor 79-jährig den Kampf gegen eine schwere Krankheit  am  23. Juli.  Das Ableben zweiter weiterer verdienstvoller Burgdorfer Charakterköpfe war in den letzten beiden Monaten des Jahres zu beklagen:  Der ehemaliger Ortsbürgermeister von Schillerslage und langjährige Vorsitzende des Fördervereins der St. Pankratius-Kirche, Manfred Dunker,   schloss im Alter von 81 Jahren am 2. November für immer seine Augen.  Ihm folgte am 2. Dezember der Ehrenstadtbrandmeister Kurt Fuchs einen Monat vor seinem 90. Geburtstag nach. Er engagierte sich zeit seines Lebens für die Burgdorfer Ortsfeuerwehr und die Schützengesellschaft sowie das DRK.