Neuer VVV-Arbeitskreis „Magdalenenfriedhof“ ist seit fünf Monaten aktiv/
Erste Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung sind angelaufen:
Viele historische Grabsteine sind wieder sichtbar


Die ehrenamtlichen VVV-Mitarbeiter Michael Raupach (von links) und Reiner Lukas sorgen dafür, dass die Grabsteine auf dem Magdalenenfriedhof wieder sichtbar sind

Im November letzten Jahres bildete sich der neue VVV-Arbeitskreis „Magdalenenfriedhof“.  Sein Anliegen ist es, die  Attraktivität der vor über 430 Jahren angelegten historischen Gräberanlage zu steigern und ihren Stellenwert als erhaltungswürdiges lebendiges Kulturerbe wieder verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Als ebenso bedeutsames Vorhaben hat sich der mittlerweile 20 Mitglieder umfassende Arbeitskreis zum Ziel gesetzt, den Magdalenenfriedhof vermehrt in den Mittelpunkt kultureller Aktivitäten zu stellen. Ansprechpartner sind Jürgen Lange und Dr. Matthias Schorr sowie Gerhard Bleich (Tel. 05136 – 1862). 

Seit Wochen auf dem Friedhof aktiv

Coronabedingt gab es noch keine Präsenztreffen. Gemeinsame Absprachen erfolgten auf kontaktfreiem Weg über die digitalen Medien oder per Telefon.  Mitglieder des Arbeitskreises sind aber schon seit Wochen in Absprache mit der Stadtverwaltung auf der Friedhofsanlage aktiv. Sie haben viele massiv von Efeu umrankte Gräber freigeschnitten und wieder sichtbar gemacht, so dass ihr zuletzt unbefriedigendes Erscheinungsbild nun der Vergangenheit angehört.  Hinzu kam die Reinigung der Grabsteine. Deren oftmals kaum noch lesbare Inschriften sind jetzt leichter entzifferbar und verraten, wer dort seine letzte Ruhe gefunden hat. Nach einem im Jahr 1989 erstellten Register lassen sich mehr als 630 Grabstellen identifizieren.  Durch die Maßnahmen der letzten Wochen ist es nun leichter möglich,  die Positionen der beschriebenen Gräber zu lokalisieren und sie aufzufinden.

Lebenslinien der Verstorbenen nachzeichnen

Ein weiterer Schwerpunkt der Aktivitäten ist darauf ausgerichtet,  die Lebensläufe der auf dem Friedhof begrabenen Menschen so detailliert wie möglich nachzuzeichnen und so einen Beitrag zur Erinnerungskultur zu leisten.  Dazu gibt es einen reichen Fundus an Informationen in den städtischen und kirchlichen Archiven,  der bisher noch nicht ausgeschöpft war.  So enthält das genannte Grabregister zahlreiche Angaben über die verstorbenen Personen, die es erlauben, ihre Lebenslinien zumindest skizzenhaft zu erfassen. Im Lauf der Jahre in Vergessenheit geratenen Verstorbenen soll somit eine persönliche Kontur verliehen werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Grabstellen bedeutender Persönlichkeiten mit stadtgeschichtlicher Bedeutung,  die einst als Bürgermeister,  Unternehmer oder kirchliche Würdenträger die Geschicke der Stadt mitbestimmten. Zu nennen wären u.a. der Burgdorfer Superintendent und bekannte Kirchenliederdichter Carl Johann Philipp Spitta (gestorben 1859), die Mitglieder der Unternehmerfamilie Niemack und der 1931 verstorbene Bürgermeister Heinrich Schuster, der sein Amt fast 40 Jahre ausübte.  Vorgesehen ist zudem, neue Schlaglichter auf die Geschichte des benachbarten, 1971 abgerissenen  Armenhauses zu werfen,  bei dem es sich um eine jahrhundertelang betriebene Herberge der kirchlichen Armenfürsorge handelte.   

Vom Internetauftritt bis zur Ausstellung

Sobald sich die aufgenommenen Informationen zu einem Gesamtmosaik vereinigt haben, richtet der Arbeitskreis einen neuen dem Magdalenenfriedhof gewidmeten Internetauftritt ein.  Obendrein soll ein mehrseitiger Flyer veröffentlicht werden, der alles Wissenswerte über den alten Friedhof und über in seinem Umfeld geplante kulturelle Veranstaltungen enthält.  Deren Bandbreite soll von den bereits etablierten Scena-Ausstellungen in der Magdalenenkapelle über Führungen bis zu Konzerten und Lesungen reichen.  Als langfristig zu realisierendes Projekt ist eine Ausstellung über den Friedhof geplant. Weitere ehrenamtliche Mitarbeiter sind im Arbeitskreis willkommen und können sich bei Interesse an die genannten Ansprechpartner wenden.