VVV und Förderverein Stadtmuseum sind Gastgeber des 2. virtuellen Stadtrundgangs:
Von der KulturWerkStadt bis zur ehemaligen Konservenfabrik


                                             Villa Schuster

Nach der großen Resonanz auf den ersten virtuellen Stadtrundgang des VVV und des Fördervereins Stadtmuseum gibt es nun eine neue Ausgabe. Sie enthält erneut viele  stadtgeschichtliche Informationen und dieses Mal 50 Fotobeiträge.  Der Rundgang gibt Anregungen für einen rund einstündigen Rundgang von der Innenstadt zur ehemaligen Konservenfabrik im Areal der Gartenstraße und steht auf der Homepage www.vvvburgdorf.de zum kostenlosen Download oder Aufrufen auf dem Smartphone bereit.  Eine gedruckte Version ist für eine Schutzgebühr bei Bleich Drucken und Stempeln,  Braunschweiger Straße 2, Tel. 05136 – 1862, erhältlich.

Von bekannten bis zu vergessenen Sehenswürdigkeiten

Der 2. Stadtrundgang lädt zu einem weiteren stadtgeschichtlichen Erkundungsstreifzug ein. Er verbindet den detailliert beschriebenen Streckenverlauf mit fundierten Hintergrundinformationen zu den anzutreffenden Sehenswürdigkeiten, von einige nicht auf den ersten Blick auffallen.  Die Aufmerksamkeit richtet sich zudem auf Örtlichkeiten,  deren bedeutender geschichtlicher Hintergrund fast keine sichtbaren Spuren hinterlassen hat und die heute vollkommen aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden sind.  Zahlreiche Fotografien von Joachim Lührs illustrieren die markantesten Punkte auf der Wegstrecke und unterstützen damit die problemlose Orientierung.  Bei diversen historischen Stätten sind den aktuellen Fotos Aufnahmen aus der Vergangenheit gegenübergestellt,  die den Wandel des städtischen Erscheinungsbildes seit dem letzten Jahrhundert verdeutlichen.    

Vom „Kreisblatt“  bis zum „Haus des Schreckens“

Startpunkt ist die ehemalige Synagoge in der Poststraße (heute KulturWerkStadt), von der es zur Marktstraße in Richtung des Rathauses I und der St. Pankratius-Kirche geht.  Auf diesem Weg stehen in der Marktstraße 14 bis 12  gleich drei Gebäude  hintereinander, deren einstige Bedeutung nur im Gedächtnis schon betagter Burgdorfer verankert sein dürfte:  das Verlagsgebäude des ehemaligen Burgdorfer Kreisblattes (heute: Rossmann), das von 1914 bis 1951 genutzte Rathaus (heute: Rechtsanwaltskanzlei) und das Burgdorfer Polizeirevier (1935-1949, heute: Virkus-Optik).  Über die Neue Torstraße führt der Rundgang am seit 1951 wieder genutzten Rathaus I vorbei zum Pfarrwitwenhaus, das durch einen von einem Schlachter in seinen Räumlichkeiten verübten brutalen Mord vor über 175 Jahren in die Schlagzeilen geriet.  Die heutige Boulevard-Presse hätte es wahrscheinlich als „Haus des Schreckens“ gebrandmarkt.

Burgdorfer Elektrizitätswerk

Würde ein Burgdorfer um die Wende zum 20. Jahrhundert den vorgeschlagenen Weg auf der heutigen Schmiedestraße in linker Richtung fortgesetzt haben, wäre sein Blick nach wenigen Metern auf das seit 1895 dort angesiedelte Burgdorfer Elektrizitätswerk gefallen.  Der heutige Passant sieht davon nichts mehr.  Er bemerkt lediglich, dass auf dem Anwesen die Geschäftsstelle des Stadtmarketing-Vereins angesiedelt ist.  Der Rundgang verläuft am Stadtmuseum weiter zum ältesten Haus der Stadt in der Kleinen Bahnhofstraße 9  und an der Villa des Bürgermeisters Heinrich Schuster (Amtszeit: 1889 bis 1926) vorbei zum 1850 erbauten, mehrfach umgestalteten Bahnhof. 

Einstige Hochburgen der Nudel- und Konservenproduktion

Danach lädt der Rundgang dazu ein,  beim Gang durch die Gartenstraße der Fantasie freien Lauf zu lassen und sich zunächst vorzustellen,  dass an der Ecke zur Feldstraße die von 1890 bis 1955 betriebene Burgdorfer Nudelfabrik stand. Ihre Pastaerzeugnisse waren auf den Tellern von Nudelliebhabern in ganz Deutschland zu finden.  Noch bedeutendere Akzente in der städtischen Wirtschaftsgeschichte setzte die 1892 eröffnete und 1971 geschlossene Burgdorfer Konservenfabrik,  deren  Werksgelände sich von der Garten- bis zur Heinrichstraße erstreckte, begrenzt durch die Wallgarten- und Schulstraße.  Auch hier ist das Vorstellungsvermögen des heutigen Betrachters gefragt, wenn er sich auf dem Rundgang kurz vor der Bäckerei Rückriem die gegenüber liegende Straßenseite und den angrenzenden Gebäudekomplex anschaut. Denn außer einem von dieser Stelle nicht sichtbaren Wasserturm erinnert nichts mehr daran,  dass sich dort das von Hunderten emsigen Mitarbeitern bevölkerte Werksgelände des einst größten Burgdorfer Arbeitgebers befand. 

Vom Stadion bis zum Ratskeller

Der letzte Abschnitt des Rundgangs führt über die Straße Vor dem Celler Tor zur Einmündung der oberen Marktstraße und dort entlang zur KulturWerkStadt zurück.  Neben den offen ins Augen fallenden Sehenswürdigkeiten wie dem bald 90 Jahre alten Stadion,  der von 1915 bis 2017 in direkter Nähe angesiedelten Realschule und dem Völkerschlachtdenkmal von 1913 gibt es in der Marktstraße drei weitere Stationen,  an denen nichts mehr an ihre ursprüngliche Bedeutung erinnert. So war auf dem Grundstück, auf dem heute das    Geschäft SCHUHPROFI zu finden ist, bis 1971 die Burgdorfer Kreissparkasse (heute: Filiale der Sparkasse Hannover) untergebracht.  Im 1972 bezogenen, direkt gegenüber liegenden Neubau gab es bis 1969 ein Lichtspieltheater.  Gegenüber dem heutigen HAZ/NP/Marktspiegel-Gebäude, in dem seit einigen Jahren eine Brasserie angesiedelt ist,  bot von 1922 bis 1965 der „Ratskeller“ die Gelegenheit zu einer gastronomischen Einkehr.  Nach dessen Abriss lud dort viele Jahre das Schuhhaus Wotschke zum Kauf von Fußbekleidung ein.  Nicht unerwähnt soll bleiben,  das nur einen Katzensprung entfernt gegenüber der KulturWerkStadt bis in die 1990er Jahre ein weiteres Gasthaus auf durstige oder einen deftigen Schmaus abzielende Gäste wartete und somit den ehemals konkurrierenden Ratskeller um Jahrzehnte überlebte.

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