Neue Ausstellung im Stadtmuseum bis zum 16. August



Bis zum Sonntag, 16. August, zeigen der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf eine neue Ausstellung der Burgdorfer Zinnfigurensammlung. Die im Obergeschoss des Stadtmuseums (Schmiedestraße 6) gezeigte Sonderschau trägt den Titel „Burgdorfer Geschichte in Zinnfiguren gegossen“.  Fördernde Unterstützung leistet die Stadtsparkasse Burgdorf.  Das Stadtmuseum ist sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.  

Die Ausstellung stellt Dioramen vor, die sich vor allem Episoden aus der Burgdorfer  Alltagsgeschichte zum Vorbild für detailgetreue Miniaturszenen nahmen und sie in die Welt der Zinnfiguren versetzten.  Dabei erleben die Museumsbesucher,  mit welchen archaischen Methoden die Brandbekämpfung in Burgdorf um das Jahr 1830 ablief, und sind hautnah bei einem Fest im Burgdorfer Schloss um das Jahr 1770 oder einer Bauernhochzeit in Schillerslage im Jahr 1883  mit  dabei.  Zudem begleiten sie den im 17. Jahrhundert regierenden Landesherrn Herzog Georg Wilhelm von Celle auf der Jagd nach einem Hirsch im Fuhrberger Forst und beobachten, wie Reisende an der Poststation in Schillerslage um das Jahr 1800  eine Pause einlegen. Zu sehen ist auch das Diorama „Die letzte Ausfahrt auf dem Hochrad um 1900“, das der Leiter der Zinnfigurensammlung, Horst Hübner, vor zwei Jahren kreiert hat.

85 Jahre Burgdorfer Zinnfigurensammlung

Die von Horst Hübner betreute Burgdorfer Zinnfigurensammlung feiert in diesem Jahr ihr 85-jähriges Bestehen.  Ihre  Ursprünge liegen im Jahr 1935, als der von Celle nach Burgdorf versetzte Lehrer Friedrich Schirmer die erste Ausstellung der von ihm seit frühester Jugend zusammengetragenen Zinnfiguren der Öffentlichkeit vorstellte. Schon damals bewunderte die Fachwelt die Präzision der dargestellten Miniaturszenen.  In den folgenden Jahrzehnten stellte Schirmer mit zahllosen neuen Zinnfiguren und fantasievoll gestalteten Szenarien aus der Welt- und Regionalgeschichte einen Materialbestand mit einmaligem Charakter zusammen.

Größte Zinnfigurensammlung in kommunalem Besitz

Nach Friedrich Schirmers Tod im Jahr 1973 übernahm die Stadt Burgdorf die in internationalen Fachkreisen hoch angesehene Sammlung, der bis dahin feste Ausstellungsräume verwehrt geblieben waren. 1978 gelang es einigen enthusiastischen Sammlerfreunden um Friedrich Karl Wiesener und Horst Hübner, die Zinnfiguren mit Unterstützung der Stadtsparkasse Burgdorf in einer Sonderschau einem größeren Publikum wieder zugänglich zu machen.  Danach begann die Zusammenarbeit mit dem VVV, der die organisatorische Basis für zahlreiche weitere Ausstellungen schuf, die in regelmäßigen Abständen im Stadtmuseum zu sehen sind. Aktuell umfasst der Fundus mehrere Großaufstellungen, fast 150 Dioramen (Schaukästen), 60 Kleindioramen und mehr als 200 Kleinaufstellungen mit unzähligen Zinnfiguren.  Sie bilden fantasievoll gestaltete Szenarien aus der Welt- und Regionalgeschichte ab. Als Zinnfigurensammlung in kommunalem Besitz ist sie die größte ihrer Art in Deutschland.