VVV sucht Exponate aus dem Umfeld der Stadtbücherei Burgdorf



„90 Jahre Stadtbücherei Burgdorf“ heißt eine Ausstellung,  die der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt vom 5. September bis 11. Oktober in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei in der KulturWerkStadt präsentieren.  Dafür nimmt nach der Lockerung der Corona-Kontaktbeschränkungen ein Projektteam des VVV-Arbeitskreises Stadtmuseum und KulturWerkStadt in Abstimmung mit Büchereileiterin Andrea Nehmer-Rommel die Vorbereitungen auf.  Sie sucht dafür Exponate, die in einer Verbindung mit der Geschichte der Stadtbücherei stehen. In Frage kommen alte Leihbücherei-Ausweise, Zeitungstexte oder Fotografien (u.a. von Lesungen, Sonderveranstaltungen und historische Aufnahmen von den verschiedenen Standorten der Bücherei).  Willkommen sind auch Angaben von Zeitzeugen, die die Entwicklung der Stadtbücherei mitverfolgt haben,  und Informationen über die früher bevorzugt ausgeliehenen Bücher.   Personen, die geeignetes Ausstellungsmaterial aufbewahren, das sie für die Schau als Leihgabe zur Verfügung stellen könnten,  werden gebeten, sich mit der VVV-Geschäftsstelle (Tel. 05136 – 1862) in Verbindung zu setzen.

Erster Standort in der Lampenmühle

Am 12. Februar 1929 vereinbarten der Burgdorfer Magistrat, die Turnschule und die örtliche Gewerkschaft die gemeinsame Einrichtung einer zunächst 1.000 Bände umfassenden Volksbücherei (ab 1954 Kreis- und Stadtbücherei).  Die Unterbringung erfolgt zunächst in der Turnschule im Jugendheim Lampenmühle in der Friederikenstraße.   Von 1930 bis zu seinem Tod am 13. Januar 1969  übernahm der Lehrer Erich Meyer die ehrenamtliche Leitung. In den folgenden Jahrzehnten gab es mehrere Standortwechsel ­ − ­­ u.a. 1944 in die ehemalige Synagoge in der Poststraße (heute KulturWerkStadt) und in einen 1966 erweiterten Nebentrakt der Kreisberufsschule Vor dem Celler Tor.  1971 entstand an der Sorgenser Straße 3 ein Neubau,  an dem sich die Bücherei noch heute befindet. Seine Eröffnung fand am 27. Juli 1971 statt. Mit einer Fläche von 600 Quadratmetern, vielen Sitzmöglichkeiten und einer besonderen Abteilung für Kinder stellte sich das neue Haus den Besuchern vor. Die Bücherei verfügte damals über 27.000 Bände. Von 1970 bis 1984 war der Bibliothekar Hans-Peter Mieslinger hauptamtlicher Büchereileiter. Er lud regelmäßig namhafte Autoren zu Lesungen nach Burgdorf ein, darunter Günter Wallraff, Paul Maar und Walter Kempowski.

Höchstbewertung bei einem Wettbewerb

Seit dem 1. Januar 1976 firmiert die Einrichtung als Stadtbücherei. In einem Wettbewerb der Bibliotheksgesellschaft Niedersachsen erhielt sie 1981 die höchste Wertung unter den Kleinstädten des Landes. Die fortschreitende Digitalisierung erforderte 1996 eine neue EDV-Anlage, mit der die Bücher nun per Barcode erfasst werden konnten. Seit Ende 2006 leitet Dipl.-Bibliothekarin Andrea Nehmer-Rommel die Bücherei, die im letzten Jahr ihr 90-jähriges Bestehen feierte.  Bei dem Festakt am 12. Februar 2019 nannte Bürgermeister Alfred Baxmann die Bibliothek einen „Kulturschatz“, den es zu bewahren gelte.   45.000 Medien stehen aktuell zur Verfügung.