Schonungslos, ehrlich und einfach saukomisch


Lust auf Theater wecken! Diesem Prinzip bleibt auch die Spielzeit 2019/2020 des Theaters am Berliner Ring treu. Ab dem 27. September sind die Zuschauer wieder freitags um 20.00 Uhr zu acht Streifzügen durch die Welt des Theaters eingeladen. Wie gewohnt gibt es jeweils eine halbe Stunde vorher eine kostenlose Einführung in das Bühnengeschehen.  Zum Auftakt steht die Musicalkomödie „Elternabend“ von Thomas Zaufke (Musik) und Peter Lund (Text) mit der MusicalCompany des Theaters für Niedersachsen (TfN) auf dem Spielplan. Im Anschluss folgen bis zum 12. Juni 2020 sieben weitere Aufführungen des Theaters für Niedersachsen.  Dass sich die vor vierzehn Jahren vom VVV übernommene Veranstaltungsreihe im Kulturleben der Stadt fest etabliert hat, zeigen permanent ansteigende Abonnentenzahlen. In der letzten Saison besuchten fast 400 Theaterfreunde regelmäßig die Vorstellungen.

Vom Wahl- bis zum Marathon-Abo

Abos für die neue Spielzeit gibt es weiterhin bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, Tel. 05136 – 1862. Dort erhält jeder Interessent eine ausführliche Beratung. Zur Auswahl stehen vier Abo-Kategorien: „MARATHON" (acht Vorstellungen, Gesamtpreise von 95 bis 128 Euro), „WAHL-ABO“ (fünf Vorstellungen zur freien Auswahl, Gesamtpreise von 73,50 bis 90,00 Euro), „CLASSICO" (vier Vorstellungen klassischen Inhalts, Gesamtpreise von 47,50 bis 64 Euro) und "LIGHT ACTION" (vier Bühnenstücke der leichten Muse, Gesamtpreise von 47,50 bis 64 Euro). Für VVV-Mitglieder und Jugendliche gibt es im Vorverkauf Ermäßigungen. Eintrittskarten für alle Einzelvorstellungen sind ab dem 2. September bei Bleich Drucken und Stempeln und online über www.vvvburgdorf.de erhältlich.

Wenn Eltern die verbalen Messer zücken

Zum Musical am 27. September: Elternabend in einer von einer Elterninitiative gegründeten Nachmittagsbetreuung: Der neue Erzieher Dennis – der mittlerweile achte in sechs Jahren – trifft zum ersten Mal die Mamas und Papas seiner Schützlinge. Zu Beginn heucheln die Mütter und Väter noch Freundlichkeit, doch schon bald werden die verbalen Messer gezückt.  Denn wenn es um die als engelsgleich angesehenen Kinder geht, ist es aus mit dem zivilisierten Miteinander und die Heile-Welt-Fassade bröckelt rasant auseinander. Tatsächlich sind die Kinder, die beim Elternabend im Mittelpunkt stehen, gar nicht so lieb, wie die jeweiligen Eltern es sich gerne denken, und entpuppen sich als wahre Satansbraten. Wenn Theater zu allererst einmal Drama ist, dann handelt es sich bei diesem Musical garantiert um richtig gutes Theater. Denn wo sonst wird so geliebt, gekämpft, gestritten und gelitten wie auf Elternabenden.

Erfrischend fröhliche Songs

Mit „Elternabend“  haben Thomas Zaufke und Peter Lund eine bitterböse Musical-Komödie geschaffen, in der sie mit sämtlichen Stereotypen und Vorurteilen über Eltern und deren Sprösslinge spielen. Scharfsinnig werden Erziehungsmethoden hinterfragt, Beziehungen in Frage gestellt und dem ach so sozialen Miteinander auf den Zahn gefühlt. Mit herrlich leichten und erfrischend fröhlichen Songs wie „Ritalin!“, „Mobbing“, „Jeder lügt“ und „Kinder müssen alles dürfen“ eröffnen Zaufke und Lund ein Schlachtfeld der Emotionen, wie es nur auf Elternabenden zu erleben ist.  Schonungslos, ehrlich und einfach saukomisch zeigt das Autorenduo, wie die Unterschiede zwischen den Eltern und ihren Kindern nach und nach verwischen und die Zusammenkunft in reiner Anarchie endet.  Den Zuschauern drängt sich dabei die Frage auf:  Sind Eltern nicht oft kindischer als ihre Sprösslinge?

Thomas Zaufke zählt zu den erfolgreichsten Komponisten im deutschsprachigen Raum. Gemeinsam mit dem Autor Peter Lund schrieb er u. a. die Musicals „Babytalk", „Erwin Kannes – Trost der Frauen“ und „Held Müller".  Ihr Musical „Elternabend“ erhielt im Sommer dieses Jahres eine Nominierung für den Deutschen Musical Theater Preis in den Kategorien bestes Revival. Zudem war Sandra Pangl als beste Darstellerin in einer Nebenrolle nominiert.

In der von Craig Simmons, Leiter der TfN-MusicalCompany, übernommenen Inszenierung singen und spielen  Johannes Osenberg,  Lisa Maria Hörl, Marysol Ximénez-Carrillo, Gerald Michel, Elisabeth Köstner, Sandra Pangl und Alexander Prosek.  Die musikalische Leitung der Begleitband liegt in den Händen von Andreas Unsicker.