Neues Buch widmet sich einem der dunkelsten Kapitel der neueren Stadtgeschichte/Luftangriffe auf Burgdorf jähren sich zum 75. Mal:

Zeitzeugen und Dokumente gesucht

Titelseite der geplanten Broschuere

Am 24. Februar und 7. April nächsten Jahres jährt sich zum 75. Mal das Datum, an dem amerikanische Flugzeuge Bomben auf die Stadt Burgdorf abwarfen. Unter den 34 Einwohnerinnen und Einwohner, die dabei  kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs ums Leben kamen, befanden sich auch 13 Kinder.  Die Bomben hinterließen zahlreiche beschädigte oder zerstörte Häuser. Die Hobbyhistoriker Dieter Heun, Heidi Rust und Dr. Tobias Teuber möchten dieses düstere Kapitel der Burgdorfer Stadtgeschichte mit einer Broschüre in Erinnerung bringen und damit einen Beitrag zum Gedenken an die Opfer leisten.  Die Herausgabe übernimmt der Förderverein Stadtmuseum Burgdorf. 
Die Quellenlage sei – so die Verfasser – schwierig. Krieg und Nachkriegszeit hätten vieles an Dokumenten vernichtet. Bisherige Beschreibungen der Burgdorfer Geschehnisse gründeten sich im Wesentlichen auf Notizen des damaligen Pastors Friedrich Möller und auf einige Zeitzeugenberichte. Der Anlass, die Hintergründe und der Verlauf der Bombenabwürfe seien bisher aber nicht umfassend untersucht worden. Das Arbeitsteam möchte deshalb offenen Fragen nachgehen.
Aus Archiven der Alliierten haben sich zu den Luftangriffen bereits wichtige Erkenntnisse ergeben. Weitere Recherchen im amerikanischen Militärarchiv in Maxwell/Alabama sind geplant. Die Autoren hoffen herauszufinden, welche Umstände zu den Bombenabwürfen über Burgdorf führten. Dabei wollen sie auch den – gelegentlich in Diskussionen erörterten – Aussagen nachgehen, dass die Amerikaner die Stadt gar nicht gezielt angegriffen und sie nur als zufälliges Opfer der Notabwürfe von Bomben ausgewählt hätten, die im Zusammenhang mit Anflügen auf die Erdölraffinerie in Misburg gestanden haben könnten.  Ebenso ist für die Hobbyhistoriker von Interesse, ob der Angriff auch oder sogar in erster Linie einem auf de­m Schieß­stand Drei Eichen angeblich aufgestellten Flakgeschütz galt, von dem in verschiedenen Berichten die Rede ist.
Die Arbeitsgruppe sucht für ihre Dokumentation Fotos und jede Art von Material, die mit den Bombenabwürfen in Verbindung stehen. Die Autoren würden gerne noch auf weitere Zeitzeugenberichte zurückgreifen können, denn – so Heun – „Zeitgeschichte lebt ganz wesentlich von Erzählungen derjenigen, die sich an die Ereignisse erinnern oder davon betroffen waren.“  Wer hier helfen kann, sollte sich an Dieter Heun wenden (Tel. 05136 - 2073 oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).